Travelguide: Prag

Prag travel

Dieser Post ist längst überfällig, da meine Reise schon einige Zeit zurück liegt. Trotzdem möchte ich Euch die Fotos nicht vorenthalten und so manch kleinen Travel Tipp mit Euch teilen. Für 4 Tage ging es für mich in das, mir bis dahin völlig unbekannte, Prag. Ich würde mich selbst als alles andere als engstirnig oder voreingenommen bezeichnen, trotzdem konnte ich mir unter Tschechien überhaupt nichts vorstellen. Obwohl es als Nachbarland zu Deutschland doch recht gut zu erreichen ist, hat es mich bis dahin noch nie dorthin geführt. Ich muss auch kleinlaut gestehen, dass meine Begeisterung bis dato mehr Italien, Spanien und Frankreich galt. Wenn jemand von Tschechien sprach hatte ich eher Bilder vom 30 jährigen Krieg und dem Prager Fenstersturz vor dem Auge, als von gotischen Häuserfassaden und den Ufern der Moldau.

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 Mit wenig Erwartungen machte ich mich also auf und war völlig beeindruckt was Prag alles zu bieten hat. Die Innenstadt mit all den großen Plätzen und weiten, von Geschäften gesäumten Einkaufsstraßen, war fußläufig von unserem Hotel zu erreichen. Bereits nach den ersten Minuten die wir durch die Stadt wandelten, fühlte ich mich nach Wien versetzt. Dort stehen ähnlich imposante Häuser und Villen mit verschnörkelten Fassaden im Jugendstil. Wenn man tiefer in die Gassen spaziert, am berühmt, berüchtigten Wenzelsplatz vorbei, gelangt man in Viertel die geprägt sind von der Geschichte dieser Stadt. Seit dem 13 Jh. mussten die jüdischen Einwohner im sogenannten Juden Viertel wohnen, einem Ghetto, völlig abgetrennt von der übrigen Gesellschaft. Erst 1984 bekamen auch sie die Bürgerrechte anerkannt und konnten sich wieder frei in der Stadt bewegen. Mit dem Wissen im Unterbewusstsein, hat mich hat ein etwas unbehagliches Gefühl überkommen als ich an den vielen jüdischen Häusern, Gebäuden und Synagogen vorbei geschlendert bin, die noch heute, eng aneinander gereiht, in der Prager Altstadt stehen. Prag erzählt an jeder Ecke von seiner langen Geschichte, die geprägt ist durch so manch unschönes Ereignis. Ich bin der Meinung, wenn man eine fremde Stadt besucht, sollte man sich auch etwas mit ihrem geschichtlichen Hintergrund auseinander setzen. Denn nur durch das Erinnern bleibt die Geschichte erhalten und die Nachwelt wird gewarnt nicht die selben Fehler wieder zu begehen. Es hilft nicht die Augen zu verschließen, sondern sie weit zu öffnen, nur dann erkennt man das wahre Gesicht dieser Stadt.
Sehr empfehlenswert und um Geschichte hautnah zu erleben ist ein Besuch im alten jüdischen Friedhof. Zusammengepfercht liegt er zwischen historischen Häusern und strahlt eine ungeheure Ruhe aus. Hier kann man in eine fremde Religion eintauchen während man über die kleinen, verschlungenen Kieswegen wandelt, die sich zwischen den Steingräbern hindurch schlängeln. Am Ende sollte man auf jeden Fall einen kurzen Abstecher in das Angrenzende Museum machen, ein sehr bewegender, stiller Ort, an dem an die vielen jüdischen Menschen gedacht wird, die während des Dritten Reiches verfolgt und hingerichtet wurden.
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Die Stadt mit ihren wunderschönen Gebäuden, großen Plätzen und sogar kubistischer Architektur hat mich begeistert. Trotzdem habe ich mich immer etwas fremd in Prag gefühlt. Nicht nur die Währung und die Sprache ist mir fremd, auch der Charakter mit dem die Prager uns begegneten war mir neu und lies so manches Mal einen bitteren Geschmack zurück. Es hat mir mal wieder gezeigt dass jede Kultur, jedes Land seine Menschen prägt und man überall auf der Welt unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichem Charakter kennenlernt. Der eine kühl und distanziert, der andere herzlich und überschwänglich. Aber genau das ist es, was unsere Welt so bunt und aufregend macht und wieso es sich lohnt zu reisen. Kaum einer wird in seinem Leben jedes Land dieser Erde bereisen können, aber manchmal bringt selbst der kleine Schritt ins Nachbarland ganz viele neue Erfahrungen und Eindrücke.
Wenn die Sonne besonders tief steht sollte man an den Ufern der Moldau, oder auf der Karlsbrücke die letzten Sonnenstrahlen genießen. Hier ist so manch ein Straßenkünstler anzutreffen und es ist ein wunderbarer Ort um auf die Prager Burg zu blicken.
Noch ein Tipp, diesmal ein Kulinarischer, den ich Euch unbedingt ans Herz legen möchte: wenn Ihr mal die Möglichkeit bekommt durch die Altstadt von Prag zu schlendern, probiert Trdelník. Bei uns sind die leckeren Teigrollen als Baumstriezel bekannt und für viel Geld auf den Weihnachtsmärkten zu ersteigern. In Prag gibt es diese leckere Süßigkeit an fast jeder Ecke, immer frisch gemacht  und mit verschiedenen Toppings wie Mandeln, Kokousflocken, gefüllt mit Powidelmarmelade oder ganz klassisch gewälzt in Zimt und Zucker. Der Duft erfüllt die ganze Stadt und noch dazu sind sie hier viel billiger als in der Heimat.

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