Apfeltiramisu

Warme Tage hat uns der Mai bisher beschert. Perfekt um die ersten Grillsessions zu starten, den Tag mit Freunden an der Isar verbringen, die Gedanken treiben zu lassen und die Sonnenstrahlen auf dem Gesicht spüren. Ich bin ein bekennender Frühlingsmensch und ja ich liebe trotzdem den Herbst, ein wenig den Winter und bin vernarrt in den Sommer. Trotzdem bin ich kein Jahreszeitenheuchler, ich kann einfach allen etwas abgewinnen. Der Wechsel der Jahreszeiten macht es das Jahr  bunt und verbreitet ein Gefühl von Wandel, Umbruch und Aufbruch. Die Knospen die sich aus der Erde kämpfen, die neugeschlüpften Vögel die ihre ersten todeshalsigen Flüge starten, die Natur durchlebt einen Neuanfang und mitten drin….ich. Fühle mich noch genauso wie der Mensch vor einem Jahr, bin genervt von meinem gleichgebliebenen ich.

Manchmal träume ich davon, jährlich selbst eine solche Verwandlung zu durchleben wie es die Natur seit Jahrtausenden tut. Ich fühle mich wie gefesselt in meiner Person, die ich zwar mag die mich aber auch langweilt. Natürlich durch- und erlebe auch ich Veränderungen aber sie scheinen an mir vorüber zu gehen ohne dass ich davon Notiz nehme. Blicke ich auf die vergangenen Jahr zurück sehe ich den selben Mensch der mich anblickt wenn ich in den Spiegel schaue. Keine weltbewegende Veränderung, auch keine menschbewegende, ja noch nicht mal eine “michbewegende”.
Deshalb setzte ich mir auch diesen Frühling wieder das Ziel, aus mir herauszuwachsen. Wie die Krokusse die Erde zu durchbrechen, mich neu zu erfinden, neues auszuprobieren. Mit großen Schritten nach vorne zu gehen und sich nicht in die Sicherheit des Bekannten zurückzuziehen. Ich möchte mich selbst als Kunstprojekt sehen, eine weiße Leinwand die durch Erfahrungen und Erlebnisse zu einem bunten Kunstwerk heranwächst.  Für mich ist es nicht der Start des neuen Jahres an dem ich auf Veränderungen aus bin, sondern der Frühling wenn um mich herum alles neu erwacht.
Ein Spanischkurs wird gebucht, in eine Tanzklasse eingeschrieben, freiwillige Vorlesungen zwischen die Pflichtvorlesungen gepackt, Reisen geplant und für Konferenzen angemeldet, das ist für mich Neuanfang, das ist für mich Frühling.

Aber auch kulinarisch bringt der Frühling eine Veränderung auf die Tische. Nachdem der Winter von vielen Plätzchen, großen Festessen und viel Soulfood gelebt hat, kommt mit den ersten warmen Tagen auch die Lust auf viel frisches Obst und leichte Kost.
Deshalb möchte ich euch heute eine Lieblings Nachspeise zeigen. Ein luftig leichtes, leckeres Apfeltiramisu. Vielleicht halten mich jetzt einige von euch für einen italienischen Kulinarikbanausen, aber was ich an Tiramisu absolut nicht leiden kann, sind von Kaffee durchdrängte Biscuits die sich auf der Zunge wie in Wasser eingelegtes Brot anfühlen. Genauso wenig mag ich Mascarponecreme mit eingearbeitetem rohem Ei. Deshalb schlägt ein echter Italiener wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammen wenn er mein Rezept liest, dem ich mutigerweise den Namen Tiramisu verpasst habe. Für alle die trotzdem Lust auf ein leckere, schnelle Nachspeise haben, mein Apfeltiramisurezept:

Apfeltiramisu für etwa 4 Portionen

300g Mascarpone

100g Joghurt 

100g Speißequark

Löffelbiscuits 

Mark von einer Vanilleschote

3 El weißer, feiner Zucker

1 Glas Apfelmus (oder ihr macht das Apfelmus selber, schmeckt gleich nochmal besser)

Kakaopulver 

Und so wird’s gemacht:
Zuerst kratzt ihr vorsichtig die Vanilleschote aus und mischt das Mark mit dem Zucker, der Mascarpone, dem Joghurt und Quark zu einer glatten Creme. Anschließend brecht ihr die Löffelbiscuits in eure Dessertgläser. Nun kommt eine Schicht Apfelmus und darauf die Mascarponecreme. Wer will kann kurz vor dem Servieren noch eine Schicht Kakaopulver darüber sieben und fertig ist ein fruchtig leichtes Frühlingsdessert. 

Apfeltiramisu

 

 

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2 Comments

  1. Ohja, der Sommer ist endlich da und es ist so schön. Und dein Rezept hört sich perfekt für die nächste Gartenparty an.:)
    Liebe Grüße, Christin Sophie

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