2018 und meine Glücksquellen

Das neue Jahr ist erst wenige Tage alt und obwohl ich lange Jahresrückblicke überhaupt nicht ausstehen kann, möchte ich mir doch ein paar Minuten Zeit nehmen um mir Gedanken über das Jahr 2018 machen. Ich möchte nicht zurückschauen und feststellen was ich alles falsch oder richtig gemacht habe, was ich verpasst oder erlebt habe sondern mir Gedanken darüber machen, was mich glücklich macht! Denn das ist es was ich mir für’s neue Jahr vornehme – glücklich sein. Klingt einfach, kann aber verdammt schwer sein. Gerade für Menschen die viel zweifeln, hinterfragen und überdenken, alles Eigenschaften die auf mich zutreffen.

Seit August wohne ich in Uppsala einer kleinen schwedischen Stadt (wohlgemerkt die viert größte Schwedens) und in dieser völlig neuen Umgebung, mit neuen Leuten, neuer Uni, neuer Sprache musste ich mich erstmal zurechtfinden. Ich wurde total herausgerissen aus meinem Alltag in München der sich über die letzten zwei Jahre mehr und mehr eingependelt hatte. In Uppsala hatte ich die Chance einen Neuanfang zu starten. Ich hatte kaum Verpflichtungen, klar da sind die Vorlesungen und Seminare die besucht werden müssen, aber meine Arbeit hatte ich zurückgelassen, die Orchesterprobe, den Unisport, kurz – ich hatte die Chance nur  das zu tun was mich glücklich macht. Klingt nach einem Traum und die ersten Wochen haben sich auch wie ein Traum angefühlt. Ich habe vormittags einen Sprachkurs besucht und Nachmittags mein neues Zuhause auf Zeit kennen gelernt. Die Stadt erkundet, Ausflüge unternommen, Schwimmen gewesen, neue Leute kennen gelernt aber irgendwann hat sich auch hier alles eingespielt und ich bin in den gewohnten Alltagstrott verfallen. Wenn man weiß, man hat nur eine begrenzte Zeit in dem Land oder Stadt die man gerade sein Zuhause nennt, hat man einen ganz anderen Blick auf viele Sachen. So geht es zumindest mir. Ich versuche gerade dann das Beste aus meiner Zeit zu machen und möglichst viel zu erleben und zu entdecken. Auch wenn diese Abenteuerlust mit der Zeit natürlich etwas nachlässt versuche ich nach wie vor meine Zeit in Schweden besonders zu schätzen.

Ich merke gerade meine Gedankenströme haben mich wieder etwas vom Thema abweichen lassen…obwohl, eigentlich nicht. Denn genau diese Abenteuerlust und das Verlangen aus jedem Tag das Beste rauszuholen hat mir gezeigt was mich glücklich macht. Mit einem Wort: Reisen. Neues zu entdecken. Am Morgen in einer neuen Umgebung aufwachen. Städte exploren. Neue Geschmäcker. Kulturen kennen lernen. Fremde Sprachen hören. Reiselust. Wanderlust.

In den ersten Wochen Schwedenzeit waren wir fast jedes Wochenende unterwegs. Haben ein AirBnb am Meer gemietet, Stockholm erkundet, Göteborg besucht, mit dem Schiff in die Schären gefahren, Helsinki, Tallinn, Riga. Tolle Erlebnisse, schöne Erinnerungen und ganz viel glücklich sein. Allerdings kann das auch verdammt ermüdend sein. Nach ein paar Wochen habe ich immer stärker gemerkt, dass es mir neben all dem Resien auch wichtig ist Verschnaufpausen zu haben. Immer unterwegs zu sein, gerade in Städten kann unglaublich anstrengend sein. Viele Menschen, viel Trubel, ständig neue Eindrücke und deshalb gehört Ruhe und Me time genauso dazu zum Glücklich sein. Einfach mal abschalten kann ich am besten in der Natur. Kein Wunder, da ich in den Bergen aufgewachsen bin und schon als Kind viel draußen war.
Deshalb meine Formel zum Glücklich sein: einfach mal den Rucksack packen und ein paar Stunden raus in die Natur. Wenn man im Wald steht, ist der Alltag ganz weit weg. Es gibt kaum einen Ort der so entschleunigt und beruhigt.

Die Fotos sind auf unserer Wanderung nach Lunsentorpet entstanden, das ist eine kleine Hütte mitten im Wald, die man erreicht wenn man dem Upplandsleden folgt. Wir haben unsere Rücksäcke gepackt, ein Zelt und sind losgewandert. Ein paar Stunden nur der Wald, Sonnenlicht, Vögelgezwitscher und Wir. Sonst nichts. Ziemlich wunderbar. Am Abend wurden Marshmallows über dem Lagerfeuer gegrillt, Tee auf dem Feuer gekocht und der Sternenhimmel genossen. Die Zeit schien still zu stehen, ziemlich perfekt und trotz eisigen Temperaturen über Nacht, war es definitiv ein Glücksort in 2017.

    

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