Postcard: Schären von Göteborg

Endlich kommt heute meine kleine Liebeserklärung über die Götborger Schärenwelt online. Schären, oder schwedisch ‘skär’ sind kleine felsige Inseln die in der Steinzeit entstanden sind. Nicht nur vor der Hauptstadt Schwedens gibt es einen solchen Schärengarten bestehend aus tausend kleinen Inseln sondern auch in Westschweden vor den Küsten von Göteborg gibt es einige größere oder kleinere Inseln die definitiv einen Besuch wert sind. Was einen dort erwartet ist für mich genau das wie ich mir Schweden immer vorgestellt habe, kleine Inselkommunen auf denen die Welt noch in Ordnung erscheint und vor den Fenstern das offene Meer. Im vergangenen halben Jahr hat es mich bereits zweimal nach Göteborg geführt nicht nur wegen der Stadt (darüber gibt es demnächst mal einen kleinen Post) sondern auch, oder vor allem, wegen besagter Schären. Deswegen gibt es heute ganz viele Fotos und Eindrücke fürs Fernweh!

Anreise

Klar, irgendwie müsst ihr erstmal nach Schweden kommen, also einfach mal ins Flugzeug springen und nach Göteborg fliegen. In einem Hostel einbuchen und ab geht’s aufs Schiff hinein in die Schärenwelt. Klingt einfach, ganz so easy ist es dann aber doch nicht. Ich habe das erste mal eine Zeit gebraucht bis ich verstanden hab wo das Schiff ablegt, welche Fähre zu welcher Insel fahren und dass die Schärenwelt in Süd und Nord unterteilt ist. Während der nördliche Teil durch Brücken und Autofähren erreicht werden kann, ist die südliche Schärenwelt völlig autofrei.
Von der Innenstadt kauft ihr euch am besten ein Tagestick für die öffentlichen Verkehrsmittel und steigt in die Tramlinie 13 nach Saltholmen. Nach einer etwa 30 minütigen Fahrt erreicht ihr den kleinen Fährhafen. Hier könnt ihr in fast jede Fähre steigen, allerdings fährt nicht jede, alle Inseln an, am besten einfach vor Ort die Timetable checken. Tipp: in eurem Tagesticket sind die Fähren mit inbegriffen, schließlich ist das für die Bewohner der einzige Weg aufs Festland zu gelangen.

Inselwelt

Jetzt steht ihr vor der Qual der Wahl, zu welcher Insel soll es gehen? Brännö ist wohl die belebteste Insel, dort gibt es auch ein paar Cafés und Restaurants. Ich empfehle euch eine Fähre zu wählen die möglichst viele Inseln anfährt denn dann bekommt nicht nur die gesamte Inselwelt bezeigt (ich kam aus dem Fotos machen gar nicht mehr heraus) sondern kann auch einfach aus dem Bauch heraus entscheiden, wo man gerne an Land gehen will. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten. Uns hatte es eine sehr kleine Insel angetan und als wir gerade das Schiff verlassen wollten, fragte uns ein netter Schiffs Crew Member ob wir denn auf der Insel übernachten würden. Als wir dies verneinten, empfahl er uns lieber auf der Fähre zu bleiben, denn die Insel wurde an dem Tag nicht mehr angefahren und so hätten wir die Nacht dort verbringen müssen. Also genau den Zeitplan studieren oder das Personal an Bord fragen.
Durch die Schärenwelt zu fahren ist wirklich ein einzigartiges Erlebnis. Überall ragen Felsen aus dem Wasser mit manchmal nur einem Haus darauf. An den kleinen Anlegestellen liegen Schubkarren oder die typischen motorisierten Dreiräder, denn wie gesagt hier gibt es keine Autos, da muss das Gepäck oder der Einkauf vom Festland mit der Schubkarre heimtransportiert werden. Während man den kleinen Inseln vorbeifährt hat man das Gefühl man ist in einer anderen Welt. Kein Straßenlärm, kein Stress nur das Wasser, Fels und die Meeresbrise.

Asperö

Mein persönlicher Favorit ist die Insel Asperö. Sie ist die am südlichsten gelegenen Insel und nach einer etwa 20 Minütigen Bootsfahrt zu erreichen. Es gibt hier nur ein paar Häuser die aber alle sehr picturesque in der Landschaft stehen. Es gibt eine kleine Badebucht mit ein wenig Sandstrand ansonsten ist die Küste sehr felsig aber wunderschön. In wenigen Minuten gelangt man vom Fährhafen auf die andere Seite der Insel wo ein kleiner Fischerhafen liegt. Im Sommer verkaufen die Bewohner hier frischen Fisch und es ist der einzige Ort der Insel wo ein bisschen Treiben herrscht. Wenn man ansonsten über die Insel spaziert ist man fast allein unterwegs, absolut beruhigend und entschleunigend. Nach dem man alle Eindrücke auf sich einwirken lassen hat geht’s zurück zur Bootsanlegestelle. Hier gibt es auch das einzige Kaffee der Insel, direkt am Wasser gelegen und schön um noch mal kurz das Inselfeeling zu genießen bevor es zurück nach Göteborg geht.

Die Fotos sind übrigens von meinem zweiten Göteborg Besuch Ende November. Denn nicht nur im Sommer auch im Winter bei Kälte und Schnee herrscht dort eine ganz besondere Stimmung.

   

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