24h Riga – Travel Guide

Langsam habe ich das Gefühl dieser Blog besteht nur noch aus Travel Guides, Reisetipps und Postcards aus den verschiedenen Ecken Skandinaviens und Osteuropa. Ziemlich traumhaft eigentlich, denn das heißt das ich in den vergangenen Monaten ganz schön rumgekommen bin. Aber dafür ist ein Erasmusjahr ja auch da, oder? Neue Kulturen entdecken, reisen und Menschen aus der ganzen Welt entdecken. Um alle Erasmus Zweifler zufriedenzustellen und nicht zuletzt meine Mutter – hi Mama, falls du das liest – ich besuch hier natürlich brav die Uni und habe tatsächlich Anwesenheitspflicht bei all meinen Kursen.
Aber zurück zum Wesentlichem, meinem 24h Riga Travel Guide. Here we go…

Anreise

Wie ihr nach Riga reist steht euch natürlich völlig frei. Mit dem Auto, Flugzeug oder wie ich mit der Fähre von Schweden aus über die Ostsee. Talinkline bietet täglich eine Fähre von Stockholm nach Riga anUm euch überhaupt mal geografisch zu orientieren, Riga ist die Hauptstadt Lettlands, zwischen Estland und Litauen gelegen und gehört damit zu den Osteuropäischen Staaten an Russland angrenzen. Wenn Osteuropa auf eurer Travelliste steht, würde ich euch empfehlen mehrer Städtebesuche zu einer Reise zu verbinden. Ich habe 2018 sowohl Riga als auch Talinn besucht und bin der Meinung dass ein Tag pro Stadt völlig ausreichend ist. Zwischen den Hauptstädten kann man sich recht gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen und kann so das Beste aus einer Reise herausholen.

What to see

Wir sind am Fährenhafen von Riga angekommen und haben die Stadt zu Fuß erkundet. In der Altstadt dürfen gar keine Autos fahren, wenn man also gut zu Fuß unterwegs ist, ist das der beste Weg die Stadt zu erkunden. Stichwort Altstadt, da sind wir schon bei einem ganz zentralem Stücken Riga das man unbedingt besichtigen sollte, an dem man aber auch gar nicht drumherum kommt. Dicht and Dicht stehen hier die kleinen Häuser aneinander gedrängt, mit wunderschönen, kunstvoll verzierten Fassaden. Es gibt unzählige Cafés, Geschäfte und Restaurants zu entdecken. Wir haben Halt gemacht in einem Café in dem es nur Pfannkuchen gab. Dafür mit den verschiedensten Füllungen, Toppings und Soßen und noch dazu super billig. Gestärkt von einem Zucchini Pfannkuchen mit Sourcreme ging es dann weiter zum Rathausplatz. Dort steht das berühmte Schwarzhäupterhaus. Obwohl das Gebäude, das die Touristeninformation beherbergt, historisch wertvoll ist, ist es tatsächlich ein sehr junger Bau. Im zweiten Weltkrieg völlig zerstört, wurde es erst 1999 wieder aufgebaut.
Wenn ihr zur Vorweihnachtszeit in Riga seit, besucht unbedingt den kleinen Weihnachtsmarkt im Herzen der Altstadt, auf dem Domplatz. Hier gibt es typische lettische Produkte, wie Marmelade oder Glühwein der mit Nüssen und Rosinen serviert wird. Der Weihnachtsmarkt ist recht klein hat aber viel Charm und gehört vielleicht sogar zu mit den schönsten die ich bis jetzt besucht habe.
Weiter ging es in die Alberta Iela in dieser Straße sehen sechs wunderschöne Jugendstilhäuser aber auch wenn man durch die  anliegenden Straßen spaziert, findet man dort schöne Fassaden. Insgesamt kann Riga mit rund 800 Häusern im Jugendstil beeindrucken. Ganz zufällig sind wir auch noch an dem Freiheitsdenkmal vorbeigekommen. Die Statue reckt sich majestätisch in den Himmel und die breite Straße wirkt eindrucksvoll und steht im Kontrast mit all den engen Gässchen in der Altstadt.

Mein absolutes Highlight war allerdings der Zentralmarkt von Riga. In riesigen Markthallen wird hier Fleisch, Gemüse, Obst, Backwaren, Gewürze, Blumen und etliches mehr verkauft. In den 1930er Jahren war der Komplex der größte und modernste Markt in Europa. Dieses Label gebührt im zwar heutzutage nicht mehr aber es ist auf jeden Fall ein einmaliges Erlebnis durch die Hallen zu wandeln. Hier gibt es keine teuren Smoothies, ausgefallenes Streetfood or fancy Sushi, hier gibt es all das was die Einwohner Rigas zum Leben brauchen und das in Fülle. Käsetheken, Obststände an denen perfekt gereifte Früchte für nur ein paar Cent angeboten werden und Bäckereien an denen es turbulent zugeht und undefinierbare Backwaren für 15 Cent angeboten werden. Hier ist nichts gestellt, nichts überteuert, nichts verschönert der Markt ist für die Bewohner des Landes, das merkt man, das macht es authentisch und so wunderbar. Hier bewegt sich das Leben, das tägliche Leben. Im Gang 3 der Fleischhalle wird gerade ein halbes Schwein hinter die Theke gewuchtet. Vor der Halle versuchen Frauen ihre Bananen, Mandarinen und Äpfel zu verkaufen. Ein kleiner Stand neben dem anderen und alle versuchen sie die selben Früchte an den Mann zu bringen. Zwar hatten wir nur einen Tag in Riga sind aber nach dem ersten erkunden noch mal zum Zentralmarkt zurück gekehrt. Für ein paar Euro haben wir ein richtig gutes Abendessen erworben. Verschiedene Backwaren, mit Käse, Gemüse, gefüllte frittierte Bällchen und Obst zum Nachtisch. Wer Riga aus der Sicht eines Lokals erleben will, der muss hier einfach hin.

 

Eindrücke

Lettland stand nie auf meiner Reiseliste. Ich hatte mir nie Gedanken über die alten Ostblock Staaten gemacht und da ich im Süden Deutschlands aufgewachsen bin, war es viel naheliegender Urlaub in Italien oder Spanien zu verbringen. Erst durch die Nähe zur Ostsee und die einfachen Fährverbindungen von Schweden habe mich mir gedacht wieso nicht. Es ist essentiell beim Reisen offen für neues zu sein und deshalb hab ich meinen Rücksack gepackt und auf ging es nach Riga. Und siehe da, die Stadt hat in meinen Augen sogar noch Talinn geschlagen. Ich mag diesen östlichen Charm, die Altstadt mit den verzierten Häusern, die großen Plätze mit Jugendstilbauten die mich an Russland erinnern, die kleinen Cafés und natürlich den großen Markt. Riga ist eine Stadt die nicht überrannt ist von Touristen und deshalb ihren ursprünglichen Charm behalten hat. Für mich eine klare Reiseempfehlung.

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