Surfen im Rapture Surfcamp Portugal

Mir schmerzt mein Herz ein bisschen während ich hier sitze, vor meinem Fenster haben sich die Blätter gelb verfärbt und ich sehne mich nach dem Rauschen des Meers, dem salzigen Geschmack in der Luft und den wunderschönen Sonnenuntergängen. Ich sehne mich zurück nach Portugal, genauer nach Ericeira. Dort habe ich im Rapture Surfcamp 9 wunderschöne Tage verbracht. Die warme Oktobersonne auf der Haut genoßen, mich mit dem Brett in die Wellen gestürzt und neue Menschen kennen gelernt. Für mich war es der erste “Camp Urlaub” und da ich selbst immer sehr skeptische Neuem gegenüber bin, dachte ich mir ich lass Euch einen kleinen Einblick da. Heads up, der Post ist nicht von Rapture gesponsert und ich habe den Urlaub selbst bezahlt.

Das Surfcamp

Der Wunsch ein Surfcamp zu besuchen, stand schon lange auf meiner Bucketliste nach dem ich einen ersten Surfversuch vor 4 Jahren in Bali unternommen habe. Schnell stand auch die Wahl Portugal fest. Nachdem ich in Lissabon fast ein Auslandssemester absolviert hätte, wollte ich mir dieses Land nicht entgehen lassen. Nach einem ausgeklügelten Surfcampvergleichssystem (hat mich ganze 2 Tage gekostet haha) viel meine Wahl auf das Rapture Surfcamp in Ericeira. Schlussendlich waren für mich vor allem die Nähe zum Strand und Lissabon sowie die Möglichkeit Surflessons erst vor Ort zu buchen, ausschlaggebend. Eine Wahl die ich definitiv nicht bereut habe.

Die Location

Das Rapture Surfcamp liegt nahe dem kleinen Ort Ericeira, 30 Autominuten von Lissabon entfernt. Aufgeteilt in 2 Häuser mit großer Sonnenterrasse und Outdoor Essensbereich liegt es direkt am Strand Foz do Lizandro. Die Nähe zum Strand ist traumhaft. Neopren an, Brett unter den Arm und schon ist man in 5 Minuten in den Wellen. Abends kann man traumhafte Sonnenuntergänge über dem Wasser direkt vom Camp aus bestaunen und wenn die Wellen mal nicht so mögen, mit den Füßen im Sand in ein Buch versinken. Außerdem schlängelt sich am Camp der Fluss Rio Lizzandro vorbei. Man kann sich kostenlos eins der SUPs schnappen und die Natur und Ruhe genießen während man Flußabwärts Richtung Meer paddelt.

Ebenfalls kostenlos kann man sich Fahrräder ausleihen. Damit erreicht man in nur 10 Minuten Ericeira. Eine kleines Städtchen in deren verwinkelten Gässchen sich ein paar nette Cafés verstecken und deren Bars regelmäßig mit Livemusik zum feiern und tanzen auf der Straße einladen.

Im Camp als Solotraveler

Zwar bin ich schon öfter alleine verreist und gerade von einer 10 tägigen Solo – Reise durch Südengland zurück gekommen, allerdings war Portugal mein erster Urlaub in dem ich nicht vor Ort Freunde getroffen habe und zumindest ein Teil meiner Reise mit bekannten Gesichtern verbracht habe. Wer das erste mal als Solotraveler unterwegs ist, für den ist ein Surfcamp ein guter Einstieg in die Welt des Alleinreisens. Denn lange bleibt man hier nicht allein. Nach der anfänglichen Awkwardness die jeden empfängt wenn man spät abends, mit Koffer in der Hand und müde vom Flug im Camp ankommt, lernt man schnell neue Leute kennen. Ein Großteil der Rund 50 Gäste im Camp waren alleinreisend und durch das gemeinsame Abendessen und die Surflessons tauscht man sich schnell aus. Aus Strangers werden bekannte Gesichter und wenn man Abends mit salzigen Haaren und einem Bier in der Hand gemeinsam in den Sonnenuntergang blickt fühlt man sich wohl und angekommenen.

Das einzige Manko dass es schwierig machen kann seinen Platz in der Gruppe zu finden ist, wenn man nicht Samstags bis Samstags reist. Der größte Bettenwechsel findet an diesem Tag statt und so kann es sein dass man, wenn man Mitte der Woche ankommt, sich schnell wieder mit neuen Leuten umgeben vorfindet. Allgemein ist Offen sein und auf andere zu gehen, das A und O wenn man alleine verreist und dann findet man auch schnell Anschluss.

Zu meinem Erstaunen, und kleinem Bedauern, da ich mich gefreut hatte Menschen aus aller Welt kennen zu lernen, waren die meisten der Gäste aus Deutschland oder der Schweiz.  Aber es waren auch Gäste aus Schweden, England, USA und Spanien vertreten und so wurde die Deutschen Sprache zu meiner Freude doch so manches Mal durch Englisch verdrängt.

Das Essen

Ich hatte schon vor dem Antritt meiner Reise auf Bewertungsportalen gelesen wie ehemalige Campbesucher von dem Essen schwärmen. Meine Erwartungen waren also recht hoch und wurden nicht enttäuscht. Das Frühstück wird in Buffettform serviert (von 8:00 bis 11:00 so kann man auch noch nach der ersten Surfesession sein Käffchen genießen). Von Müsli über frisches Brot das jeden Morgen vom Bäcker gebracht wird, bis hin zu Obst und verschiedenen Superfoods wie Gojibeeren, Blütenpollen und Chiasamen ist alles dabei. Besonders Highlight war neben der umkämpften Avocado (früh aufstehen lohnt sich) das tägliche Special. Jeden Morgen gab es eine andere Besonderheit wie Brownies, Cheesecake oder Porridge.

Abendessen gibt es von Montag bis Freitag und wurde serviert was mir persönlich sehr gefiel da man so zusammen isst und nicht ständig jemand zum Buffet läuft. Dadurch entsteht eine viel entspanntere Atmosphäre. Jeden zweiten Tag gibt es ein vegetarisches Gericht und auch in den Tagen dazwischen habe ich als Vegetariern immer eine leckere Alternative bekommen. Curry, Gemüsepasta, Salat, egal was es hat wirklich alles super geschmeckt. Am Samstag gibt es immer ein BBQ das nicht im Preis beinhaltet ist und 12 € kostet. Die Auswahl ist groß mit Burgern (Blumenkohlvariante für die Veggies), gegrillte Zucchini, Maiskobeln und Salaten, allerdings muss ich sagen, dass das Abendessen mir an manch anderen Tagen fast besser geschmeckt hat (größtes Manko war, dass das Grillgut bereits kalt war bis es auf die Teller kam). Man kann in Ericeira auch sehr billig und gut essen und deshalb würde ich Samstags vielleicht eines der kleinen Restaurants in der Stadt ausprobieren.

Das Surfen

Dieser Blogpost hätte wohl keine Daseinsberechtigung würde ich nicht auch ein paar Worte zum Surfen verlieren. Nach einem ersten anfänglichen Versuch vor vier Jahren auf Bali stand ich in Portugal das erste mal auf dem Brett. Das Rapture Surfcamp hat den Vorteil dass man jeden Abend wählen kann ob man am nächsten Tag Teil der Surflesson sein möchte. Dadurch kann man sich nicht nur nach den Wellen richten sondern auch auf seinen Körper hören und einen Tag aussetzen, wenn jeder Muskel nach Entspannung schreit. Da ich wegen dem Surfen nach Portugal gekommen war und es kaum erwarten konnte auf dem Brett zu stehen buchte ich gleich für meinen ersten Tag eine Lesson. Von Bali war ich konstante, anfängerfreundliche Wellen gewohnt die es einfach machten jede Welle zu stehen und wurde etwas überrascht als mich die ersten Wellen in Ericeira vom Brett fegten und meine Lunge mit Salzwasser füllten. Ich hatte mir für meine ersten Surfversuche einen Tag mit recht hohen Wellen ausgesucht aber nach dem anfänglichen Schock schaffte ich es auf dem Brett zu stehen und damit kam die erste Welle an Glücksgefühlen.

Im Rapture Surfcamp sind die Lessons in die Schwierigkeitsgrade 1, 2 und 3 aufgeteilt. Je nachdem wie viele sich für ein Level anmelden, werden diese wiederum in kleinere Gruppen aufgeteilt so das etwa 5 bis 8 Leute mit einem Instruktor zusammen sind. Nach kurzem Aufwärmen geht es dann in die Wellen. Eine Lesson kostet 30€ inkl. Neoprenanzug und Board und dauert 2 Stunden. Wer danach noch Kraft hat kann mit dem Brett noch alleine raus, da die Nutzung für Brett und Neoprenanzug für den restlichen Tag im Preis der Stunde inbegriffen ist.

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Ich hatte eine wunderschöne Zeit in Portugal und es gibt so vieles was ich missen werde. Das Wetter war perfekt, wunderschöne, sonnige Tage ohne den Trubel in der Hauptsaison, das Meer, die Wellen das Gefühl auf dem Brett zu stehen. Es war ein perfekter Aufenthalt um ein wenig Surfluft zu schnuppern. Die Zeit scheint im Camp langsamer zu laufen. Alles läuft super entspannt ab und man kann gar nicht anders, als sich selbst einfach mal in den Liegestuhl auf die Sonnenterrasse zu liegen und zu genießen. Das ganze Team ist unglaublich freundlich und hilfsbereit, so dass man sich schnell wie zu Hause fühlt.
Es herrscht eine ungeheure entspannte Atmosphäre und ein Freiheitsgefühl im Camp das süchtig macht. Und wer weiß, vielleicht komm ich ja schon bald wieder, wenn das Verlangen nach Freiheit, Salz in den Haaren und Sonne auf der Haut unbändig wird.

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